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Grüne Power im Frühling: Wie Wildkräuter deine Frühjahrskur bereichern


Nach dem dunklen und langen Winter stellt sich unser Körper langsam wieder um. Stoffwechsel und Hormonhaushalt verändern sich im Laufe des Jahres, genau wie das Pflanzenreich es tut. Vielleicht kennst du dieses schwere Gefühl nach dem Winter und das dringende Bedürfnis, dir was richtig Gesundes zu geben? Nicht nur im Außen können wir einmal großreinemachen, zum Beispiel mit einem Frühjahrsputz und Räucherungen zur Reinigung. Auch für den Körper kann ein „Großputz“ sinnvoll sein! Mit einer Frühlingskur kannst du unter anderem dein Immunsystem stärken, alten Ballast abwerfen, dein Hautbild verbessern und chronischen Erkrankungen vorbeugen. Außerdem kannst du verschiedene Wildkräuter kennenlernen und neue Rezepte ausprobieren!


Eine Person sammelt Wildkräuter in einem Stoffebeutel.
Wildkräuter wie Bärlauch, Wegerich und Gundermann dürfen bei deiner Frühlingskur nicht fehlen.

Wie passend, dass wir genau zu dieser Zeit einige Wildpflanzen antreffen, die wahre Kraftpakete sind. Mit Hilfe von Löwenzahn, Bärlauch, Brennnessel und Co. kannst du wunderbar „detoxen“ – also deinen Körper beim Verrichten der Entgiftungsarbeit unterstützen. Der Volksmund kennt den Begriff „Blutreinigung“. So hat man sich früher die Wirkweise der Entgiftung anregenden Kräuter vorgestellt. Heute wissen wir, dass bestimmte Inhaltsstoffe auf die Entgiftungsorgane - Niere, Leber, Galle, Haut und Darm - wirken und ihnen bei ihrer alltäglichen Arbeit unter die Arme greifen. Schon die gute Hildegard von Bingen hat dazu geraten, im Sinne einer gesunden Lebensführung Frühlingskuren durchzuführen. Was erstmal zeitintensiv und umfangreich klingt, lässt sich zum Glück ziemlich einfach in den Alltag integrieren.


In diesem Beitrag soll es darum gehen, wie du für dich in deinem stressigen Alltag zwischen Arbeit und Familienleben deine Organe unterstützen kannst, ohne dafür gleich eine Intensivkur von mehreren Wochen durchführen zu müssen. Achtung: Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Intensivkuren nicht durchgeführt werden!


 

Ich stelle dir heute fünf großartige Wildkräuter vor, die deinem Körper jetzt im Frühling Gutes tun können!


Löwenzahn


Eine Wiese voller blühender Löwenzahn
Löwenzahn ist in allen Teilen essbar und gesund

Ein bitteres Wildkraut, das du fast das ganze Jahr über finden kannst. Löwenzahn kennt jedes Kind, doch trauen sich die wenigsten, mal in ein Blatt zu beißen. Die Bitterstoffe schmeckst du und wenn dein Körper sich noch nicht an Bitterstoffe gewöhnt hat, solltest du lieber mit wenig anfangen. Probier doch mal ein halbes Blatt beim Spazierengehen. Und am nächsten Tag etwas mehr. Und dann steigerst du dich Stück für Stück. Dein Körper wird sich schnell an den bitteren Geschmack gewöhnen und insbesondere Darm und Leber werden sich freuen. Löwenzahn regt nämlich die Verdauungssäfte an, Nahrung wird besser vertragen und verdaut. Und auch die Leber, die damit beschäftigt ist, Toxine und Krankheitserreger auszusortieren, freut sich über die Unterstützung durch den Löwenzahn.


Brennnessel


Junge Triebe der Brennnessel
Die jungen Brennnesseltriebe sind wahre "Superfoods"

Die Brennnessel wirkt durchspülend: sie regt die Aktivität der Nieren an und hilft dem Körper beim Entgiften. Achte beim Verzehr darauf, viel Wasser zu trinken – denn Brennnessel wirkt aquaretisch, also wassertreibend. Der Körper scheidet mehr Wasser aus und es kommt zum „Detox-Effekt“. Die jungen Sprösslinge haben schon ordentlich Brennhaare. Daher eignet sich die Brennnessel nicht so sehr zum Frischverzehr dafür umso mehr für Tee, Suppen und Säfte.



Bärlauch


Bärlauchblatt wird hoch gehalten.
Achtung, Verwechslungsgefahr: Bärlauch sollte sicher bestimmt werden, bevor er im Sammelkorb landet

Bärlauch ist reich an Vitamin C, Magnesium und Eisen und ist ein wahrer Immunbooster. Man sagt ihm sogar eine antibakterielle und antivirale Wirkung nach. Die schwefelhaltigen ätherischen Öle im Bärlauch regen außerdem Leber und Galle an. Ein altes Sprichwort lautet: „Iss wilden Knoblauch im März und Mai, dann haben die Ärzte das ganze Jahr über frei!“. Bärlauch kannst du direkt beim Spaziergang naschen oder daraus ein leckeres Pesto zaubern!





Scharbockskraut


Blätter vom Scharbockskraut vor der Blüte.
Das Scharbockskraut darf nur vor der Blüte verzehrt werden

Scharbockskraut ist reich an Vitamin C und versorgt deinen Körper nach dem grauen Winter mit einer Extraportion Nährstoffe. Der Name leitet sich von „Skorbut“ ab, einer früher Seefahrern verbreiteten Mangelerkrankung. Um sich mit Vitamin C zu versorgen, nahmen sie das Kraut mit auf Reisen. Ganze 130 mg Vitamin C sind in 100 g des frischen Krautes enthalten! Am besten verzehrst du das Scharbockskraut frisch, im Salat oder auf der Schnitte. Oder aber in einem Wildkräuter-Shot: mixe hierfür eine Handvoll Scharbockskraut mit 200 ml Wasser und lass es dir entweder sofort schmecken oder friere die frischen Shots für später ein. Gut dazu passen andere Kräuter wie Brennnessel, Taubnessel, Gundermann oder Giersch. Allerdings solltest du vom Scharbockskraut nicht mehr als eine Handvoll täglich und auch nur vor der Blüte zu dir nehmen, denn das enthaltene leicht giftige Protoanemonin kann bei Überdosierung Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Also: die Dosis macht das Gift. Während der Blüte steigt der Gehalt an Protoanemonin stark an und das Scharbockskraut sollte nicht mehr gesammelt werden.


Giersch


junger Giersch sprießt aus der Erde
Junger Giersch ist gar nicht so leicht zu erkennen!

Der „Gärtnerschreck“ kündigt den Vorfrühling an, man sieht die kleinen Triebe bereits ab Februar aus der Erde sprießen. Der Giersch verbreitet sich sehr schnell und ist bei vielen Gärtnern genau deswegen unbeliebt. Aber das Kraut ist mit anderen Doldenblütlern wie Möhre, Petersilie und Kerbel verwandt - und das schmeckt man! Giersch enthält viele Mineralien und wirkt somit basisch auf den Körper und fördert den Stoffwechsel. Außerdem enthält auch dieses tolle Wildkraut viel Vitamin C! Giersch wird jetzt im Frühling am besten frisch verzehrt. Mir schmecken besonders die ganz jungen Triebe im Wildkräutersalat+. Doch Vorsicht beim Sammeln, denn zur Familie der Doldenblütler gehören auch giftige Verwandte wie der gefleckte Schierling.



Nun hast du meine liebsten Wildkräuter für die Frühlingskur kennengelernt, die du beim Spazierengehen sammeln und direkt naschen oder im Salat essen kannst.


 

Ich habe noch zwei weitere Rezeptideen, wie du im Rahmen einer Frühlingskur Wildkräuter in deine Ernährung integrieren kannst.


Kräutertee zum Entgiften


Eine unkomplizierte Möglichkeit, verschiedene Frühjahrskräuter täglich zu konsumieren, ist der klassische Kräutertee. Ein äußerst unterschätztes Heilmittel, wie ich finde! Denn im heißen Wasser lösen sich Flavonoide, Vitamine, Bitterstoffe, ätherische Öle und viele weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Achte darauf, dass du den Tee nur etwa 7 Minuten ziehen lässt und die Tasse abdeckst. Besonders gut eignen sich von den bisher erwähnten Kräutern Brennnessel und Löwenzahn für einen Detox-Tee. Außerdem können Birkenblätter, Schafgarbe, Ackerschachtelhalm und Taubnessel wunderbar heiß aufgegossen werden! Du kannst alle Kräuter nach Belieben miteinander mischen. Gieße dann pro Tasse 1-2 TL des frischen oder getrockneten Krauts auf und lass dir deinen ganz eigenen Kräutertee schmecken! Du kannst davon 3 Tassen täglich genießen, achte aber darauf, zusätzlich viel Wasser zu trinken.



9-Kräuter-Suppe


Traditionell werden die ersten neun Kräuter, die man findet, für die Suppe verwendet. Neben den bereits genannten eignen sich Pimpinelle, Spitzwegerich, Vogelmiere, Knoblauchsrauke, Gundermann und Sauerampfer für eine leckere Suppe!


Du benötigst:

  • 30 g Pflanzenmargarine

  • 1 mittelgroße fein gewürfelte Zwiebel 

  • 3 fein gehackte Knoblauchzehen

  • 2 EL Mehl

  • 800 ml Gemüsebrühe

  • 200 ml Pflanzensahne

  • Kräutersalz

  • Pfeffer

  • 100-150 g frisch gesammelte Kräuter

 

Die Zwiebelwürfel in der Margarine glasig dünsten, das Mehl dazugeben und kurz anrösten. Danach mit der Brühe aufgießen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die gehackten Kräuter in die heiße, aber nicht kochende Suppe geben, einen Teil für die Deko zurückbehalten. Die Pflanzensahne dazugeben und verrühren. Mit Gänseblumenköpfchen verzieren und servieren.


 

Natürlich sind nicht allein Wildkräuter für eine Erfolgreiche Frühlingskur verantwortlich. Viel Wasser trinken, Bewegung an der frischen Luft, Schwitzen bei Sport oder Saunagang, das Anregen des Lymphflusses und das Einschränken vom Medienkonsum leisten ebenfalls einen wertvollen Beitrag. Wichtig: Alles kann, nichts muss! Schau, wie sich eine Frühjahrskur am besten in deinen Alltag integrieren lässt.


Nun kennst du die Vorteile einer Frühlingskur. Du weißt, welche Wildkräuter dir dabei zur Seite stehen können und wie du sie ganz unkompliziert in deinen Alltag bringen kannst. Sammle in der Natur aber bitte nur, was du zu 100 % bestimmen kannst. Sammle nur dort, wo die Kräuter in Hülle und Fülle wachsen und man nicht gesehen hat, dass du dort gesammelt hast. Nimm dir ein Bestimmungsbuch mit oder besuche eine meiner Kräuterwanderungen, um Sicherheit zu gewinnen. Viel Freude beim Sammeln und Rezepte ausprobieren!


Wenn du noch tiefer in das Thema Wildkräuter zum Entgiften eintauchen möchtest, ist meine Kräuterwanderung "Frühlingskräuter zum Entgiften" am 06.04.24 von 11.30-14.00 in Leipzig genau das Richtige. Komm mit mir in die wilde Welt der Wildkräuter vor deiner Haustür und buche jetzt dein Ticket!


 

Wichtiger Hinweis:

Rezepte, Anwendungs­vorschläge, Inhalte und Angaben wurden nach dem aktuellen Wissens­stand der Autorin sorgfältig recherchiert und verfasst, erfolgen aber ohne Gewähr. Sie stellen keines­falls Anspruch auf Voll­ständig­keit und / oder Richtigkeit im wissen­schaftlichen / medi­zinischen Ver­ständnis. Es handelt sich lediglich um eine Informations- und Rezept­sammlung sowie In­spirationen basierend auf eigenen Er­fahrungen. Die Autorin übernimmt keine Haftung für etwaige Nach­teile, die aus dem prak­tischen Ge­brauch der ent­haltenen Angaben ent­stehen. Es muss betont werden, dass jeder Mensch unter­schiedlich auf die Rezepte reagieren kann. Bei Vor­erkrank­ungen, Allergien, Unver­träglich­keiten, in der Schwanger­schaft etc. kann eine ärztliche Abklärung erforder­lich sein.

 

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